Der BBK München und Oberbayern unterstützt den globalen Frauen Generalstreik am 9. März 2026

03.03.26

Mehrere Initiator*innen und Initiativen haben bundes- und weltweit zum Frauen Generalstreik am Montag den 9. März 2026 aufgerufen. Wir möchten diese Initiativen gerne unterstützen, da wir die Schieflage bei der Geschlechtergerechtigkeit sehen und ein großes Interesse daran haben, dass sich gesamtgesellschaftlich und politisch hier viel mehr bewegen muss.

Der WDR zeigt aktuell den Dokumentarfilm: Island: Ein Tag ohne Frauen in der Mediathek.

Warum sollten Frauen an diesem Tag streiken?

Die Initiative ENOUGH! formuliert:

Wir erweitern den Internationalen Frauentag, Sonntag (!) 8. März 2026, um den Streiktag, Montag, 9. März 2026. Die bedrohlichen Zeiten brauchen ein schärferes Instrument als Petitionen und geduldige Demonstrationen. Deshalb legen wir die bezahlte und unbezahlte Arbeit nieder und rufen auf zu vielfältigen Protestformen 
und Aktionen. Jede nach ihren Möglichkeiten.

GLOBAL, weil Frauenrechte weltweit angegriffen werden.
STREIK, weil er für Frauen* seit jeher das mächtigste, gewaltfreie Mittel gegen Kapitalismus und Patriarchat ist.
GENERALSTREIK, weil die Missstände alle Bereiche unseres Lebens betreffen – und wir einem Generalangriff auf unsere Körper, unsere Seelen und unseren Geist ausgesetzt sind.

Das Töchter Kollektiv formuliert:

Der Frauen*streik macht sichtbar, was sonst unsichtbar bleibt. 
Er zeigt, was passiert, wenn wir unsere Arbeit niederlegen.

Ohne uns steht vieles still. Und mit uns bewegt sich dieses Land hin zu Gleichstellung, Gerechtigkeit und einer starken Demokratie.

Wir streiken, weil Frauen und marginalisierte Menschen seit Jahrzehnten die tragenden Säulen der Gesellschaft sind – in der Sorgearbeit, im sozialen Bereich, in Familien, in Communities. Wir streiken, weil Gewalt, ökonomische Abhängigkeit und politische Benachteiligung immer noch Realität sind. Besonders betroffen sind Frauen mit Migrationsgeschichte, Schwarze Frauen, Frauen of Color, trans und nicht-binäre Menschen, Alleinerziehende und Menschen in prekären Jobs.

Wir haben ein paar aktuelle Fakten zusammen gefasst:

Der sogenannte Gender Pay Gap, also die unterschiedliche Bezahlung von Männern und Frauen, bleibt in den freien künstlerischen Berufen mit 25 Prozent hoch – branchenübergreifend liegt er nur bei 16 Prozent. Das geht aus einer Studie der Gewerkschaft Verdi hervor, die dafür Daten der Künstlersozialkasse ausgewertet hat.

Am 27. Februar hat der diesjährige Equal Pay Day statt gefunden. Bis zu diesem Tag haben aufgrund des Einkommensunterschiedes Frauen seit Anfang des Jahres unbezahlt gearbeitet. Der Equal Pay Day für Kunst und Kultur liegt aufgrund des höheren Einkommensunterschieds erst auf dem 1. April.

In der Kunst ist es immer noch von Nachteil als Frau ein Kind zu bekommen, für Männer ist es aber kein Nachteil: Von den 10 führenden Künstlern des internationalen Kunstrankings sind 10 Väter.
Sie haben insgesamt 35 Kinder. Unter den 10 führenden Künstlerinnen sind nur 4 Mütter. Sie haben jeweils 1 Kind. (Quelle: fair share! Sichtbarkeit für Künstlerinnen)

Frauen* übernehmen immer noch den Großteil der unbezahlten Carearbeit: Frauen in Deutschland haben im Jahr 2022 pro Woche durchschnittlich rund 9 Stunden mehr unbezahlte Arbeit geleistet als Männer, das entspricht 1 Stunde und 19 Minuten pro Tag. Der Gender Care Gap lag damit bei 44,3 %. (Quelle: Statistisches Bundesamt)

Dementsprechend arbeiten Frauen auch häufiger in Teilzeit: Die Geburt des eigenen Kindes führt vor allem bei Frauen zu einer Reduktion der Arbeitszeit. Im Jahr 2023 gingen 67 % aller Mütter mit mindestens einem Kind unter 18 Jahren einer Teilzeitbeschäftigung nach, aber nur 9 % aller Väter. Zum Vergleich: Bei Beschäftigten ohne Kinder sind die Unterschiede weniger deutlich. Hier lag die Teilzeitquote von Frauen bei 39 %, Männer ohne Kinder arbeiteten zu 16 % in Teilzeit. (Quelle: Statistisches Bundesamt)

Der Gender Show Gap ist in der Kunst ebenso weiterhin hoch. Künstlerinnen werden immer noch seltener gezeigt und seltener gekauft. Ein Beispiel ist die Kunstsammlung des Bundestags (Artothek): Wenn das Ankaufsverhältnis von 2024 (10w : 17m) fortgesetzt werden würde, wäre der Künstlerinnenanteil in ca. 50 Jahren bei nur 30% (Quelle: Factsheet von fair share!). Unter den 30 auf Kunstauktionen in Deutschland im Jahr 2020 begehrtesten Kunstschaffenden ist genau 1 Künstlerin (Quelle: fair share! Sichtbarkeit für Künstlerinnen).

Wie können Frauen* an diesem Tag streiken?

Die Initiative ENOUGH! schlägt vor:

Sitzen, liegen, singen, 1 Minute schreien, tanzen und picknicken, aus der Fülle der Ideen schöpfen: In öffentlichen und geschützten Räumen, zentral und dezentral, zeigen wir unser GENUG!, um unsere globale kollektive Stärke sichtbar zu machen. 
Wer kann, nimmt sich den ganzen Tag. Gemeinsam setzen wir einen globalen Moment von 12 bis 14 Uhr, dem Lauf der Sonne folgend.
Jedes ENOUGH! zählt. Mache bei einem der Events mit, denke dir eine eigene Streikaktion aus, finde deine Regionalgruppe oder gründe eine eigene.

Regionale Veranstaltungen sind auf der Homepage von ENOUGH! gelistet.

6. März, Bad Tölz

Film: Ein Tag ohne Frauen 


20 – 22 Uhr Capitol Kino Bad Tölz Amortplatz 1, Bad Tölz

Der Dokumentarfilm erzählt die außergewöhnliche Geschichte eines historischen Tages, an dem Frauen in Island geschlossen ihre Arbeit niederlegten – und damit eindrucksvoll sichtbar machten, welche zentrale Rolle sie in Gesellschaft…

9. März, 

Pfaffenhofen

ENOUGH! GENUG! Wir nehmen uns frei! 



Hauptplatz Pfaffenhofen unter den Bäumen beim Spielplatz Pfaffenhofen. 
Am 9. März lassen Frauen* weltweit bezahlte und unbezahlte Arbeit ruhen und zeigen damit, dass sie GENUG! haben. Die Zeit ist reif für einen Protest, der so vielfältig ist wie…





9. März, München
12 – 16 Uhr 
Fauler Streik 


Am Marienplatz
Geplant ist eine faule Demo, alle Frauen* arbeiten dafür nicht. Ist ja schließlich Streiktag. 
Es werden feministische Kampfreden der letzten Jahrzehnte und Jahrhunderte von Band abspielen lassen.…

Infos auf dem Flyer:

Das Töchter Kollektiv schlägt vor:

In mehr als 80 Städten organisieren sich Gruppen, die zusammen den Frauen*streik 2026 vorbereiten – und es werden täglich mehr. Ist deine Stadt dabei?

Link zur Karte

Dort u.a. angekündigt:

München: Demonstration am Odeonsplatz 17 – 19 Uhr
Ismaning: Das Bündnis zeigt um 19 Uhr den Film „Der Tag ohne Frauen“ (Hauptstraße 17)
Moosburg an der Isar: Demo Auf dem Plan 16 – 20 Uhr

Der Frauen*streik ist dezentral. 
Überall dort, wo Frauen* und marginalisierte Gruppen Arbeit leisten, kann gestreikt werden.
Du bist nicht allein – du bist der Funke!

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