„Kultur wird durch Geld erst richtig schön“ Zur Podiumsdiskussion Kultur fragt Politik am 24. Februar im Backstage

28.02.26

Am Dienstag den 24. Februar fanden sich um 19 Uhr trotz Regenwetters zur Podiumsdiskussion „Kultur fragt Politik“, zu der der Verband der Münchener Kulturveranstalter (VDMK), der BBK München und Oberbayern und der Verein zur Förderung urbaner Kunst geladen hatten, 170 Personen ein. Darunter viele Musiker*innen aus dem Fat Cat, Bildende und Darstellende Künstler*innen, Personen aus der Verwaltung, weitere Kulturpolitiker*innen und interessiertes Publikum.

Moderator Matthias Riedel-Rüppel (VDMK-Vorstandsmitglied) empfing auf dem Podium David Süß (Die Grünen), Leo Agerer (CSU) und Julia Schönfeld-Knor (SPD) und erklärte gleich zu Anfang, dass es eine bewusste Entscheidung der Verbände war, nur Abgesandte der drei Mehrheitsfraktionen einzuladen, damit eine produktive Gesprächsrunde entstehen kann. Die anderen Fraktionen wurden vorab zu den wichtigen kulturpolitischen Themen abgefragt, die Antworten können hier nachgelesen werden.

Das Publikum konnte via Smartphone kommentieren und abstimmen und so stand zu Anfang in großen Lettern „Vielfalt“ auf der Leinwand, nachdem gefragt wurde wofür Münchens Kultur für sie in einem Wort steht. Ein gutes Zeichen vorab, das aber auch von weiteren Schlagworten wie: Kürzungen begleitet wurde. Das Thema der Kürzungen hing wie ein Damoklesschwert über der Runde, die sich im Laufe des Abends durch die aktuellen Themen der Kulturpolitik arbeitete.

Nach anfänglichem Kuschelkurs und Gesprächen über den bereits beschlossenen Kulturbeirat, sowie dem großen Wunsch nach einem gemeinsamen Arbeiten und Bewältigen der mannigfaltigen Krisen unserer Zeit, wurde im Laufe des Abends auch härter debattiert. Die Gespräche behandelten den Kulturhaushalt und die Tatsache, dass niemand möchte, dass Verteilungskämpfe aufkommen. Eine Kulturtaxe könnte hier die Stadtkasse aufbessern. Moderator Matthias Riedel-Rüppel kommentierte sehr passend: Kultur wird durch Geld erst richtig schön. Im weiteren Verlauf ging es um den Dreiklang Politik – Verwaltung – Kulturschaffende, das Kreativquartier und dessen Mietpreisproblematik und Möglichkeiten zur Selbstverwaltung. Neue Ideen wie die Gewerbe-Sobon (Link zum Antrag) des Ausschusses für Stadtplanung und Bauordnung könnten hier neue Wege aufzeigen. Problematiken rund um Verwaltungshürden und Vergabedifferenzen rund um den Königsplatz und weitere öffentliche Flächen wurden behandelt, ebenso wie der Ruf nach größeren Veranstaltungshallen, auch aufgrund der womöglich Konkurrenz einer Megahalle in Freising wurden laut. Eines der großen Themen war das Thema Räume, angefangen bei Atelier- und Proberäumen – besprochen anhand der Zwischennutzung Fat Cat und den städtischen Atelierhäusern – bis hin zu den Open Air Räumen, die auch immer wieder vor allem für weniger zahlungskräftige Veranstalter*innen fehlen. Die Zukunft von Jutier- und Tonnenhalle wurde thematisiert, ebenso wie die mangelnde Planungssicherheit der Freien Szene.

Das Podium hat sich, wie anfangs auch vom Moderator gefordert, als eine respektvolle und produktive Runde gezeigt und ein sehr informatives Gespräch zu den wichtigen Themen geführt, das durch die Publikumsbeteiligung und ein paar Fragen am Ende ergänzt wurde.

Das Podium kann auf Youtube nachgeschaut und nachgehört werden.

Die Antworten der verschiedenen Parteien auf unsere Fragen finden sich auf der Seite des VDMK.

Fotos: Ivana Bilz

Podiumsdiskussion München fragt Kultur

Podium: v.l.n.r.: David Süß, Julia Schönfeld-Knor, Leo Agerer, Matthias Riedel-Rüppel
Oben Mitte: Leo Agerer, Mitte Links: Julia Schönfeld-Knor, Unten Mitte: David Süß
Unten Links: Musiker*innen aus dem Fat Cat

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