#MünchenistKultur: Offener Brief an die Stadtspitze vom 16.01.2026
20.01.26
Offener Brief an die Stadtspitze vom 16.01.2026
Sehr geehrter Herr Reiter,
sehr geehrter Herr Krause,
sehr geehrte Frau Dietl,
sehr geehrter Herr Frey,
mit großer Besorgnis nimmt das Bündnis #MünchenIstKultur die über Presseberichte in die
Öffentlichkeit geratenen Einsparpläne der von der Stadt München beauftragten externen
Beratungsagentur „PD – Partnerschaft Deutschland“ zur Kenntnis, die offenbar auch im
Kulturbereich massive Kürzungen vorschlägt.
Diese reichen – laut Berichten – von Mieterhöhungen für Künstler*innen über die Abschaffung
sämtlicher Kulturpreise bis zur Fusion der Kammerspiele und des Volkstheaters sowie einer
vollständigen Streichung der Fördermittel für die Freie Szene. In der Idee absurd, würden diese
Pläne bei einer Umsetzung nicht nur eine schwere Erschütterung, sondern einen radikalen Abbau
der Münchner Kulturlandschaft bedeuten – mit unumkehrbaren Folgen.
Für uns als Zusammenschluss von städtischen bzw. städtisch geförderten Bildungs- und
Kultureinrichtungen sowie Angehörigen der Freien Szene ist die Verschiebung einer
demokratischen Debatte über diese Vorschläge auf den Zeitraum nach der Kommunalwahl in
keiner Weise akzeptabel.
Wir fordern Sie als Stadtspitze auf, noch vor der Kommunalwahl Transparenz herzustellen:
- Sind die Presseberichte dahingehend richtig, dass PD der Stadt München entsprechende Vorschläge macht?
- Auf welcher Grundlage basieren diese Vorschläge, wenn zwischen PD und den Einrichtungen selbst niemals Gespräche über deren finanzielle Lage und Einsparmöglichkeiten geführt wurden, sondern die Einrichtungen lediglich Stellung zu bereits formulierten Sparszenarien beziehen durften?
- Wie bewerten Sie als amtierende Stadtspitze die Vorschläge von PD?
- Bei Gesprächen, die wir im Dezember mit den Grünen und der CSU geführt haben, war zu hören, dass zum damaligen Zeitpunkt die Fraktionen über die genannten Vorschläge von PD nicht in Kenntnis gesetzt wurden, während die Sparszenarien in den betroffenen Häusern bereits auf dem Tisch lagen. Weshalb wurden die Fraktionen nicht informiert?
- Wie soll der weitere Umgang mit diesen Vorschlägen nach der Kommunalwahl aussehen?
Wir möchten und müssen unserer Beunruhigung und Befremdung an dieser Stelle nochmals
Ausdruck verleihen, da die Vorschläge bzw. das, was davon zu uns durchgedrungen ist, auf
keinen Fall in tieferer Sachkenntnis mit den jeweiligen Institutionen ausgearbeitet wurde.
Angesichts der äußerst angespannten Haushaltslage in den kommenden Jahren hoffen wir auf
einen konstruktiven Dialog mit der Stadtspitze. Für diesen engagieren wir uns als Bündnis.
Mit freundlichem Gruß