RESONANCE – Anja Verbeek von Loewis, Hunsrück-Museum
01.03.26 – 03.04.26Vernissage:
Sa 28.02.2026, 19 Uhr
Vom 28. Februar bis zum 3. April 2026 bespielt die Künstlerin Anja Verbeek von Loewis mit ihren Werken das weitläufige Schlossfoyer im Erdgeschoss des Hunsrück-Museum Simmern.
In RESONANCE bezieht sich die Künstlerin auf die Natur als Urquelle allen Seins und verbindet mythologische Bezüge mit einer zeitgenössischen Bildsprache. Archaische Gestalten, organische Strukturen und Anklänge an paläolithische Bildwelten erzeugen eine unmittelbare emotionale Wirkung. Bewegung – insbesondere der Körper im Tanz und im Sport – bildet dabei ein zentrales Motiv.
Die Werke thematisieren grundlegende Fragen nach dem Warum des Daseins. Offenheit und Empfänglichkeit sind zentrale Haltungen ihres künstlerischen Denkens: Wahrnehmung wird als Prozess verstanden, in dem sich intellektuelle, emotionale und spirituelle Ebenen durchdringen.
Eine entscheidende Rolle in Verbeek von Loewis‘ Arbeiten spielt Materialität. Pigmente, Pflanzen, Sande und Tusche verbinden sich in pastosen Farbverläufen mit transparenten Überlagerungen sedimentierter Partikel. Die Künstlerin verarbeitet gesammelte Erden, Kreiden, Rost, geriebene Steine und Pflanzen, die sie in Bienenwachs bindet. So entstehen erdige, tiefenräumliche Bildkörper, die zwischen Innenraum und Außenwelt oszillieren – zwischen Meditation, Kontemplation und gesellschaftlicher Reflexion.
Besondere Bedeutung haben ihre Tondi, runde Bilder, die wie schwebende Planeten erscheinen. Aus Pigmenten, Blüten, 24-Karat-Blattgold und Bienenwachs aufgebaut, entfalten sie eine intensive räumliche Präsenz. In manchen ihrer Bilder verwendet die Künstlerin Pigmente, die die Figuren, je nach Lichteinfall und Betrachtungsposition zwischen golden und elfenbeinfarben changieren lassen.
Die Serie der INBILDER geht auf ein Initialerlebnis von Verbeek von Loewis im brasilianischen Urwald zurück. Wochenlang dort alleine, umgeben von kraftvoller präsenter Urgewalt der Natur, kippte die gewohnte Orientierung. Die Natur war plötzlich bedrohlich und fremd, bis eine neue Vertrautheit entstand.
Die INBILDER sind aus diesem Spannungsfeld entstanden und seitdem ein kontinuierlich weitergeführtes Element in ihrer Kunst. Mit japanischem Tuschepinsel und selbst hergestellter flüssiger Farbe entstehen reduzierte, zeitlose Figuren – Nomaden, Jäger, Tänzer, Engel und Ur-Tiere.
Verbeek von Loewis‘ Werke erscheinen als offene Zeichen ohne topografische Begrenzung, als mögliche Portale in andere, synchron existierende Wirklichkeiten.
Zentral für ihr Gesamtwerk sind Vernetzung, Verdichtung und Transparenz. Die Arbeiten verweisen auf die Erfahrung von Verbundenheit und Gemeinschaft alles Lebendigen. Zeit wird von der Künstlerin nicht als linearer Strang behandelt, sondern wird komplex erlebt. Wie ein Kreis, ein Rund, das nicht Anfang, nicht Ende hat.
Ort:
Hunsrück-Museum
55469 Simmern/Hsr.
Weitere Informationen:
hunsrueck-museum.de/anja-verbeek-von-loewis-resonance
https://www.verbeek-von-loewis.de/news
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